1940–2026

Elke Sommer hat in den frühen 1960er Jahren von Deutschland aus Hollywood erobert und dort mit Stars wie Paul Newman, Kirk Douglas, Peter Sellers und Sharon Tate gedreht. Nur wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag starb die Schauspielerin in ihrem Haus in Los Angeles. Das berichtete die „Bild“-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf den engsten Freundeskreis.

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„Elke ist friedlich gegen 22 Uhr eingeschlafen. Jetzt kann sie bald endlich wieder bei ihrem geliebten Ehemann sein“, zitierte die Zeitung Sommers Stiefsohn Sebastian Walther. Dessen Vater Wolf Walther, mit dem Sommer seit 1993 verheiratet gewesen war, starb im heurigen Juli.

Die auf den Namen Elke Schletz getaufte Schauspielerin kam am 5. November 1940 in Berlin auf die Welt. Ihr Vater war evangelischer Pfarrer. Im Zweiten Weltkrieg suchte die Familie zunächst nahe Erlangen Unterschlupf, wo sie auch einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte.

die deutsche Schauspielerin Elke Sommer mit Ehemann Wolf Walther 2021
Elke Sommer mit ihrem Ehemann Wolf Walther

Als ihr Vater starb, war Sommer 15 Jahre alt – ein großer Schock für das junge Mädchen, das fortan sein Leben selbst in die Hand zu nehmen versuchte. Sie brach das Gymnasium ab und ging mit 17 als Au-pair-Mädchen nach London, wo sie auch eine Sprachschule abschloss.

Von Viareggio nach Hollywood

Die Filmkarriere von Sommer, die an sich Dolmetscherin werden wollte, begann nach den Worten der „Bild“-Zeitung 1958 „beinahe wie eine Hollywood-Geschichte“. Schlüsselmoment war die Wahl zur „Miss Viareggio“ während eines Kurzurlaubs in Italien. Der Regisseur Vittorio De Sica, der durch Zeitungsartikel auf die frischgekürte Miss aufmerksam geworden war, holte diese nach Rom, wo sie schon bald darauf erstmals vor der Kamera stand und sich fortan Sommer nannte.

1959 folgten ein Dreijahresvertrag mit dem deutschen Filmproduzenten Artur Brauner und mit „Das Totenschiff“ der erste deutsche Film. Ihre erste große Hauptrolle spielte Sommer 1961 in „Das Mädchen und der Staatsanwalt“. Im Jahr darauf folgte der Sprung nach Hollywood.

Filmszene aus „The Prize“ (1963) mit Elke Sommer und Paul Newman
Sommer mit Paul Newman („Der Preis“, 1963)

Star der Sixties

Ab 1959 war Sommer in mehr als 100 Film- und Fernsehrollen zu sehen. In ihrer großen Zeit Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurde die deutsche Schauspielerin zu einem international gefeierten Star. 1964 gewann sie einen Golden Globe für ihre Rolle in „Der Preis“.

Sommer spielte dort die Schönheit an der Seite von Newman. Mit diesem soll sie bis zu dessen Tod 2008 befreundet gewesen sein – ebenso wie mit Sellers. Mit diesem spielte sie in der „Pink Panther“-Reihe, er wollte sie sogar heiraten.

Dass Sommer ihren Lebensmittelpunkt für viele Jahre in den USA hatte, lag aber nicht nur an der beruflichen Karriere. Trotz mancher Erfolge – unter ihren rund hundert Kinofilmen, einigen Anerkennungen als Theaterdarstellerin und auch vielen Fernsehauftritten wie in der „Muppet Show“ – blieb der ganz große Durchbruch aus. Sommer blieb zunächst auch wegen ihrer 1964 geschlossenen Ehe mit dem Journalisten Joe Hyams in den USA, 1981 wurde diese geschieden.

Neben Film und Theater auch Malerei

Neben ihrer Filmkarriere trat Sommer immer wieder in amerikanischen Fernsehshows auf, darunter mehrmals in der Dean-Martin-Show sowie 1978 in der „Muppet Show“, und begann 1970 Theater zu spielen. Neben Auftritten auf diversen amerikanischen Bühnen gastierte sie vorwiegend im Rahmen von Tourneen auch immer wieder in Deutschland.

Von 1966 an betätigte sich Sommer unter dem Pseudonym E. Schwartz zudem als Malerin. Als Schauspielerin trat sie seit den 1980er Jahren unter anderem in deutschen Fernsehproduktionen in Erscheinung. 2010 stand sie für den Spielfilm „Das Leben ist zu lang“ des Schweizer Regisseurs Dani Levy vor der Kamera.

Peter Sellers und Elke Sommer in einer Filmszene von „A Shot in the Dark“ (1964)
Peter Sellers und Elke Sommer in „A Shot in the Dark“ (1964)

„Genug ist genug“

In den letzten Jahren hatte die einstige Ikone viel von ihrem Lebensmut eingebüßt. „Genug ist genug – ich sehne den Tod herbei“, sagte sie im Vorjahr rund um ihren 85er. Sie sei immer lebenslustig gewesen, habe zuletzt aber durch Krankheiten viel Schlechtes erlebt.

Nach dem Tod ihres Mannes ging es Sommer „stetig schlechter“, zitierte die „Bild“ einen der Schauspielerin nahe gestandenen Fotografen. Ihrem letzten Willen zufolge wollte Sommer der Zeitung zufolge im bayrischen Marloffstein begraben werden. Dort befindet sich das Grab ihrer Eltern – und dort hat sie 1993 den deutschen Hotelier Walther geheiratet.

Source: ORF · ORF.at

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