Dürreschäden
Nach der extremen Dürre in diesem Jahr hat die Hagelversicherung bisher Entschädigungen in Höhe von 375 Millionen Euro an die versicherten Bäuerinnen und Bauern ausbezahlt. Die verbleibenden Schadenszahlungen in Höhe von rund 25 Millionen Euro würden bis Ende November ausbezahlt, wie der Agrarversicherer am Mittwoch mitteilte. Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft durch die Dürre liege weiterhin bei rund einer Milliarde Euro.
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„Eine Milliarde Euro Dürreschaden bedeutet auch eine Milliarde Gründe, jetzt zu handeln“, so Hagelversicherung-Geschäftsführer Kurt Weinberger am Mittwoch in einer Aussendung. Der Versicherungschef drängte auf „einen konsequenten Klima- und Bodenschutz“.
Die Bäuerinnen und Bauern brauchten „nach diesem dramatischen Dürrejahr“ auch „finanzielle Sicherheit“, sagte Weinberger. Die rasche Auszahlung sichere Liquidität und schaffe Planungssicherheit für die Landwirtinnen und Landwirte.
Österreich verzeichnete heuer den niederschlagsärmsten Frühling und den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Frühjahr fielen rund 50 Prozent weniger Niederschlag, im Sommer etwa ein Drittel weniger. Erstmals wurde die 41-Grad-Celsius-Marke überschritten. „Große Dürreschäden, die früher etwa alle zehn Jahre auftraten, treffen die Landwirtschaft mittlerweile alle zwei bis drei Jahre“, so der Chef der Hagelversicherung.
„Historische Dürrekatastrophe“
Mitte August sprach Weinberger von einer „historischen Dürrekatastrophe“ für die heimischen Bäuerinnen und Bauern. Betroffen waren laut Hagelversicherung ganz Österreich und sämtliche Kulturen, insbesondere Grünland, Mais, Erdäpfel, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja, regional auch anderes.
„Der menschengemachte Klimawandel führt zu einer Zunahme der Schäden“, so Weinberger damals. Zwischen 2017 und 2025 lagen die Dürreschäden in Österreich zwischen 30 und 230 Mio. Euro. Aufgrund der beispiellosen Dürre fehlten den heimischen Bäuerinnen und Bauern heuer zudem Futtermittel, weil der Grünschnitt und sie Sojaernte schlecht ausgfielen.
Manche Landwirtinnen und Landwirte mussten ihre Rinder frühzeitig verkaufen, weil das Futter fehlte. Zudem gab es Probleme bei der Wasserversorgung auf zahlreichen Almen. Starke Ertragseinbrüche gab es auch bei der Weinernte.
Extremwetter
Zwar lassen sich einzelne Extremereignisse nicht direkt auf eine bestimmte Ursache zurückführen, klar ist laut Weltklimarat aber: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen, Hitze und Dürre häufiger und intensiver.
Dürrehilfen und Klimaschutzgesetz
Die Bundesregierung einigte sich
Mitte August nach wochenlangen Verhandlungen auf Dürrehilfen für die Bäuerinnen und Bauern und auf das langerwartete Klimaschutzgesetz.
Im Rahmen des Hilfspakets für die Landwirtinnen und Landwirte wurde auch der staatliche Prämienzuschuss für die Dürreindex-Versicherung der Hagelversicherung im kommenden Jahr einmalig von bisher 55 Prozent auf 65 Prozent erhöht. 80 Prozent der Ackerflächen und 40 Prozent der Grünlandflächen waren laut Hagelversicherung zuletzt gegen Dürre versichert.
Nachlass bei Sozialversicherungsbeiträgen
Als weitere staatliche Dürrehilfe für die Bäuerinnen und Bauern gibt es einen zweimonatigen Nachlass bei den Sozialversicherungsbeiträgen im vierten Quartal 2026 in Höhe von 140 Mio. Euro. Außerdem sind Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite sowie Ratenstundungen und Laufzeitverlängerungen bei Agrarinvestitions- und Konsolidierungskrediten in Höhe von jeweils 25 Mio. Euro vorgesehen.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Weinberger betonten am Mittwoch gemeinsam die Wichtigkeit „einer verlässlichen Absicherung der Landwirtschaft“. Eine starke Risikovorsorge „sichert bäuerliche Existenzen, schafft Stabilität und stärkt die heimische Lebensmittelversorgung“.
Source: ORF · ORF.at
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