Architektur

Bauherrenpreis für eine Grazer Ruine, die zum Sportinstitut wurde

Die Uni Graz wurde beim Bauherrenpreis 2026 für das revitalisierte Jesuitenrefektorium am Rosenhain ausgezeichnet, weitere Preise gingen nach Innsbruck, Wien, Gabersdorf und Schlins

Christian Brugger/Leb Idris Arc

Das ehemalige Jesuitenrefektorium wird heute als Institutsgebäude der Uni Graz genutzt.

Unterm schmiedeeisernen Tor hindurch, ein bisschen wie ein romantischer, eisengewordener Rosenbogen, und dann zehn Minuten den Hügel hinauf, vorbei an Sportplätzen und hölzernen Wohnbalkonen, rechts ein Wäldchen, links eine Spielwiese, gut frequentiert von zwei- bis vierbeinigen Parkbesuchern, bis man schließlich, nach 700 oder 800 Schritten oder so, vor jenem Gebäude steht, das bis vor wenigen Jahren noch eine verfallene, durchfeuchtete, von der Natur zurückeroberte Mauerwerksruine war. Heute wird das ehemalige Jesuitenrefektorium, errichtet Mitte des 17. Jahrhunderts, irgendwo an der Schnittstelle zwischen Reformation und Gegenreformation, als Institutsgebäude der Uni Graz genutzt, genauer gesagt als Heimat der Institute für Sport, Gesundheit und Bewegungswissenschaften, wie der schwarz-gelben Tafel neben dem Portal, Aigner-Rollett-Allee 39, zu entnehmen ist. Das Amen ist längst Geschichte, durchtrainierte Mucki-Menschen mit Laptop- und Sporttasche gehen stattdessen im Minutentakt ein und aus, um sich im Hörsaal zur Praxis die Theorie anzueignen.

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Source: Der Standard

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